Wer war Vinzenz Pallotti?

Vinzenz Pallotti

Gott ist verliebt in den Menschen.
Wer sich mit ganzem Herzen auf den Weg der Liebe Gottes begibt, der kann nicht fehlgehen.
Denn Du bist es ja mein Gott, der ohne mich nicht sein kann.
Jeder Mensch, ob alt oder jung, gesund oder krank, allein oder in Gemeinschaft, kann in irgendeiner Weise Apostel Jesu Christi sein.
Gott sieht auf die Gesinnung des Herzens und die Möglichkeiten seiner Geschöpfe.

(Vinzenz Pallotti)

Gebürtiger Römer

Am 21. April 1795 wird Vinzenz Alois Franziskus Pallotti in Rom geboren. Vinzenz Pallotti ist das dritte Kind der Eheleute Maria Magdalena und Peter Paul Pallotti. Seinem Vater gelingt es, aus einfachen Verhältnissen stammend, durch viel Fleiß und Arbeit zu einem wohlhabenden und angesehenen Kaufmann zu werden. Das Leben der Familie ist von tiefem Glauben und barmherziger Güte geprägt.

Welt- statt Ordenspriester

Vinzenz Pallotti wächst in einer Zeit auf, die von den Wirren der Französischen Revolution geprägt ist. Schon sehr früh zeigt sich, dass er ein besonnenes und nachdenkliches Kind ist, das viel Interesse an biblischen Geschichten und dem Glauben hat. So reift in ihm schon sehr früh der Entschluss, Priester zu werden. Im Alter von 15 Jahren will er in den Kapuzinerorden eintreten. Allerdings sind seine Eltern, sein Arzt und sein Beichtvater gegen diese Absicht, da er nicht in der erforderlichen körperlichen Verfassung ist, um einem strengen Orden beizutreten.

Schon bald übernimmt er die geistliche Leitung in vielen Jugendvereinen und findet regen Zuspruch bei den Jugendlichen. Gebet, Meditation und das Lesen geistlicher Bücher bestimmen nun seinen Tagesablauf. Er studiert mit viel Eifer und großem Erfolg am Römischen Kolleg und an der Sapienza, der Universität Roms. Am 16. Mai 1818 wird Vinzenz Pallotti zum Weltpriester geweiht. Gleichzeitig wird er „Accademico“ an der Sapienza, Religionslehrer und Beichtvater für viele Jugendliche. Er geht einfühlsam mit allen Menschen um und findet so einen Zugang zu ihnen, kann sie beraten und ihnen weiterhelfen. Er sorgt sich – ohne auf seine Gesundheit Rücksicht zu nehmen – um die Bedürftigen, Obdachlosen und Kranken und hält begeisternde Predigten. Schnell erhält er Zuspruch bei vielen Menschen in Rom und wird in der ganzen Stadt bekannt.

Gründer der Vereinigung des Katholischen Apostolats

Vinzenz Pallotti ist sein ganzes Leben lang bemüht, den Menschen den Glauben nahezubringen. Für ihn ist jeder Mensch aufgefordert, nach seinen Fähigkeiten für die Verbreitung des Glaubens tätig zu werden. Seiner Meinung nach fehlt es an einer Organisation, die diejenigen, die Gutes tun wollen, sammelt und ihnen ein gemeinsames Ziel vor Augen stellt. Die große Idee und der beständige Wunsch, die gesamte Christenheit zu mobilisieren, setzt er 1835 durch die Gründung der Vereinigung des Katholischen Apostolates in die Tat um.

Tod und Heiligsprechung

Die Cholera und einige Jahre später die Revolution bringen den Menschen viel Not. Damit wird der Aufgabenbereich der jungen Gemeinschaft immer größer. Ein Heim für junge Mädchen (wo raus die Pallottinerinnen entstanden) wird eingerichtet, die Seelsorge am Militärhospital übernommen und vieles mehr, so auch die Gründung der Pallottiner. Am 22. Januar 1850 stirbt Vinzenz Pallotti und wird drei Tage später unter großer Anteilnahme der Bevölkerung Roms in der Kirche San Salvatore in Onda, in der Pallotti zuletzt gewirkt hat, beigesetzt. Seine letzten Worte, „Lasst mich dorthin gehen, wohin Gott es will!“, zeigen eindrücklich, wie tief sein Leben im Glauben an Gott verwurzelt war. 100 Jahre nach seinem Tod wird Vinzenz Pallotti durch Papst Pius XII. selig-, am 20. Januar 1963 (während des 2. Vatikanischen Konzils) durch Papst Johannes XXIII. heiliggesprochen.